Die Haushaltsstrukturkommission der Kämmerei in Homburg hat den Vorschlag unterbreitet, dass die Stadt Homburg die Förderung der 4 Jugendzentren streichen soll.Als Grund für die Sparmaßnahmen wird die Haushaltslage der Stadt Homburg angegeben und die Verpflichtungen aus dem Saarland Pakt. Derzeit befinden sich die Stadt- und  Kreisverwaltung in Gesprächen über die weitere Finanzierung der Jugendzentren. 

Wir als Jugendwerk blicken mit Sorge auf die Entwicklungen in Homburg. Die Stadt Homburg, die sich selbst seit über 20 Jahren als Jugendorientierte Stadt Homburg (j.o.s.h.) bezeichnet, hat sich in den letzten Jahren ein vielfältiges Netz an Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit aufgebaut. Dieses Netz besteht aus vier Zentren mit verschiedenen Zielgruppen und Schwerpunkten: Das Caritas “Kinderzentrum”, der “Jugendtreff CheckPoint” und “Atelier für Mädchen und junge Frauen” der AWO und das “SecondHOMe” des Internationalen Bundes. Dieses Netz bietet für viele Kinder und Jugendliche in Homburg eine niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeit und Unterstützung. Wir als Jugendwerk sehen mit Bestürzung, dass dieses Netzwerk auf einen Schlag vernichtet werden soll. 

Dies hätte für die Kinder und Jugendlichen in der Stadt fatale Folgen. Für die Jugendlichen, die die Einrichtungen regelmäßig besuchen, sind die Mitarbeiter:innen Ansprechpersonen für Sorgen und Nöte. Die Einrichtungen sind ein Raum, in dem sie sich ausleben und ausprobieren können und nicht nach Leistung bewertet werden. Für viele Stammbesucher:innen eines Zentrums werden die Mitarbeiter:innen zu “Freund:innen” oder einer “zweiten Familie”. Die Jugendtreffs werden im Laufe der Zeit zu einem zweiten Wohnzimmer, in dem man Freund:innen treffen kann ohne Rücksicht auf andere Familienmitglieder nehmen zu müssen. 

In den Jugendzentren werden nicht nur Freizeitangebote gemacht. Die Sozialarbeiter:innen in den Einrichtungen unterstützen auch bei vielen Herausforderungen, die im Alltag warten. Jugendliche können gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen Bewerbungen schreiben. Dieses Angebot wird vor allem von jungen Menschen wahrgenommen, deren Eltern nicht dabei helfen können oder die technische Ausstattung zu Hause fehlt. Auch beim Ausfüllen von Anträgen (SGB II, Bafög, etc) oder beim Kontakt mit Behörden suchen betroffene Jugendliche Rat in den Einrichtungen. 

Die Entwicklung in Homburg kann und darf von der Jugendpolitischen Landschaft im Saarland nicht unkommentiert und unbemerkt bleiben. Die Gefahr, dass das Modell “Jugendzentren streichen” Schule macht, besteht und ist real! Das darf nicht passieren! Jugendarbeit erfüllt nicht nur in Homburg eine wichtige Rolle im Leben vieler Jugendlicher. Jugendzentren sind ein wichtiger Ort der außerschulischen Bildung, ein Lernort, ein geschützter Raum der Partizipation und der Selbsterfahrung – um nur einige wichtige Funktionen eines Jugendzentrums zu nennen. Diese Räume müssen erhalten bleiben! Sollten Stadt- und Kreisverwaltung nicht zu einer Einigung kommen und dadurch die Träger der Jugendzentren die Einrichtungen schließen, hat dies die Stadt Homburg zu verantworten. 

Während der Verhandlungen und Diskussionen Rund um die Jugendarbeit in Homburg wird immer wieder über die Kosten der Juze und die Aufgaben der Jugendzentren und die Verantwortung wird immer wieder gesprochen. Die Mitarbeiter:innen in den Jugendzentren stehen jedoch selten im Vordergrund. In einer Debatte in der diese Mitarbeiter:innen alleine gelassen werden und ihre Berufliche Zukunft im ungewissen ist. Hier wird mit den Existenzen der Menschen gespielt!